Großer Erfolg beim Tag der Artenvielfalt
Am Samstag, den 13. Juni 2009, lud das Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (GUNZ) im Rahmen des bundesweiten „GEO-Tages der Artenvielfalt“ ins NSG Bratental bei Göttingen-Nikolausberg ein. Die Besucher freuten sich über dekorative Pflanzen und Tiere, die Experten über den Nachweis zahlreicher seltener Arten.

„Schön und selten“, so lassen sich die Funde beschreiben, die Experten der BSG, des BUND) und des DJN mithilfe zahlreicher interessierter Naturfreunde bei sonnigem Wetter verzeichnen konnten. Mit Gästen vom Kindes- bis zum Seniorenalter wurden auf drei Exkursionen eifrig kleine Tiere wie Insekten und Spinnen mit Becherlupen und Fangnetzen gesammelt und Pflanzen bestimmt – mit sensationellem Ergebnis: 174 Pflanzenarten wurden gezählt, darunter zwei, die als „stark gefährdet“ (Kategorie 2) auf der Roten Liste der bedrohten Arten in Niedersachsen stehen. Eine ist der überaus dekorative Acker-Wachtelweizen, die andere das Schwertblättrige Waldvögelein, eine von zehn Orchideenarten des Naturschutzgebiets. Zwanzig weitere auf den Kalkmagerrasen gefundene Arten sind „gefährdet“ (Kategorie 3).
Vor allem die Kinder begeisterten sich für die Schmetterlings- und Vogelarten. Beobachtet wurden unter anderem der Rotmilan (2), der Schwarzspecht, der Kolkrabe und der Neuntöter (3). Unter den Insekten fanden sich als Seltenheiten die Punktierte Wollbiene (2), der Große Perlmutterfalter (2) und der Silberfleck-Bläuling (3). Damit bilden die Naturschutzflächen einen wohltuenden Kontrast zur Monotonie der landwirtschaftlichen Flächen auf der anderen Seite des Weges.
Die Liste der Pflanzen- und Tierarten ist online. Auch der DJN hat einen Rückblick zum Bratental veröffentlicht.
Der GEO-Tag der Artenvielfalt wird alljährlich von der Zeitschrift GEO initiiert. Groß und Klein sind dazu aufgerufen, sich mit der Artenfülle in der Natur vor ihrer Haustür näher zu beschäftigen. In Göttingen wurde der Tag 2009 gemeinsam von der Biologischen Schutzgemeinschaft (BSG), dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) organisiert.
Das Bratental ist von Nikolausberg (Buslinie 5, Haltestelle „Eschenbreite“) oder von Roringen aus (Buslinie 10, Haltestelle „Am Menzelberg“) gut zu Fuß zu erreichen. Sehr lohnenswert ist auch die Anfahrt mit dem „Drahtesel“, z.B. über die Knochenmühle (Herberhausen).



