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Mensch – Umwelt – Natur
Frühjahr 2012

Perspektiven für Naturerlebnis und Strukturwandel –
Vortragsreihe des Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrums e. V. in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Göttingen e. V.:

Lernen Sie die nahezu unbekannte, aber faszinierende Welt der Wildbienen kennen, erfahren Sie gut ein Jahr nach Fukushima, welche Probleme niedersächsische Atomanlagen wie Asse, Gorleben oder Grohnde bergen, hören Sie, wie sich die Initiative „Göttingen im Wandel“ die Zukunft für unsere Stadt vorstellt, und lassen Sie sich berichten, was Strukturwandel für ein großartiges, bei uns viel zu wenig bekanntes Land wie Äthiopien bedeutet.

Mit sehenswerten Bildern und sachkundigen Referenten präsentieren die im GUNZ zusammengeschlossenen Verbände in loser Folge Einblicke in Natur- und Umweltthemen. Zwischen März und Juni 2012 laden wir Interessierte zu Vortragsabenden mit Diskussionsmöglichkeit ein, in denen es um (scheinbar) Altvertrautes und neue Blickwinkel, Widrigkeiten und Erfolge, vorsichtigen Optimismus und Visionen geht.

Weitere Informationen

Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum e.V., Geiststraße 2, 37073 Göttingen, www.goettinger-umweltzentrum.de
Telefon 0551-43477 oder -56156

Veranstaltungsort

Volkshochschule (VHS), Bahnhofsallee 7, 37073 Göttingen, Raum 003
Standort auf OpenStreetMap-Karte, Anreisehinweise der VHS.

Zeit, Eintritt

jeweils freitags, 18.00–20.15 Uhr; Eintrittspreis jeweils 3,00 Euro (ermäßigt 1,50 Euro) an der Abendkasse.

Termine

Faszination Wildbienen – zwischen Aussterben und Karrieresprung

Blattschneiderbiene, Foto Jürgen Endres

Foto: Jürgen Endres

16.03.2012 18.00 Uhr: Dr. Jürgen Endres, Naturschutzbund Dransfeld

Als Bestäuberin unzähliger Wild- und Kulturpflanzen leistet die Honigbiene einen immens wichtigen Beitrag im Naturhaushalt und im Obst- und Gemüseanbau. Doch in den letzten Jahren bereiteten Massensterben domestizierter Bienenvölker große Sorge.

Die potentesten Bestäuber der Natur sind die wilden Verwandten der Honigbiene, allein in Deutschland über 500 Arten. Unter den Wildbienen finden wir hochspezialisierte Lebensformen: Staatenbildner wie die Hummeln, fleißige Einzelgänger wie die Solitärbienen – oder Kuckucksbienen, die bei anderen Bienen schmarotzen. Kaum minder kurios sind ihre Wohnstätten: selbstgegrabene Erdstollen, verlassene Käferlöcher oder Schneckenhäuser. Die Spezialisierung einzelner Arten auf bestimmte Trachtpflanzen machen sie zu hocheffizienten Blütenbestäuberinnen. Während ein Großteil der Wildbienen genauso unter der Verarmung der Umwelt leidet wie die Honigbiene, könnten andere als deren Verstärkung oder gar Ersatz Karriere machen …

400 Tage nach Fukushima: Die ungelösten Probleme der Atomwirtschaft in Niedersachsen

Menschen demonstrieren vor dem Kernkraftwerk Grohnde

13.04.2012 18.00 Uhr: Tobias Darge, Vertreter des BUND in der Asse-II-Begleitgruppe

Letztes Jahr hat die schwarz-gelbe Bundesregierung unter dem Eindruck des Super-GAUs von Fukushima acht Atomkraftwerke ausschalten lassen, die restlichen neun sollen bis Ende 2021 folgen. Das AKW Würgassen wurde bereits 1994 abgeschaltet und soll bis 2014 rückgebaut sein. Ist damit nun alles in Ordnung? Wohl kaum: In der langsam absaufenden Asse rosten Fässer vor sich hin, die – anders als vorgesehen – nicht nur schwach- und mittelaktiven Atommüll enthalten. Der Salzstock in Gorleben soll mindestens bis 2013 weiter auf seine Eignung als Endlager für hochradioaktiven Müll „erkundet“ werden, obwohl eigentlich längst klar ist, dass er dafür nicht taugt, Schacht Konrad wird wohl nicht vor 2019 als Endlager fertig und das AKW Grohnde, mit über 200 Betriebsstörungen seit 1985, soll noch bis Ende 2021 weiterlaufen.

Tobias Darge sitzt für den BUND in der Asse-Begleitgruppe und kennt die ungelösten Probleme der Atomkraft im Allgemeinen und in Niedersachen im Besonderen gut.

Göttingen im Wandel – das Konzept der Transition Towns und gemeinsame positive Perspektiven

Apfelfest, Foto Sebastian Becker

Foto: Sebastian Becker

11.05.2012 18.00 Uhr: Diplom-Biologe Sebastian Becker, Göttingen im Wandel e.V.

Im Mai 2010 fanden sich einige Göttinger zusammen und machen hier seitdem den „Wandelprozess“ („Transition“) erlebbar. Ihren Ausgang nahm die Transition-Bewegung 2006 in England: Statt sich mit düsteren Prognosen wie Klimawandel, Peak Oil, Finanz- und Lebensmittelkrisen ausgeliefert zu fühlen, kam ein Lehrer für Permakultur auf die Idee, an positiven Visionen zu arbeiten. Er übertrug die Prinzipien aus seinem Gartengestaltungskonzept auf ganze Städte. Inzwischen gibt es weltweit über 450 offizielle „Transition Towns“. Solche „Städte im Wandel“ sind so individuell wie die dort lebenden Bewohner. Viele Elemente findet man jedoch öfters wieder, z.B. solidarische Landwirtschaft, Regionalwährung, städtische Gemeinschaftsgärten, Tauschringe, bunte Feste … Wie kann der Wandel für eine Traditionsstadt wie Göttingen aussehen? Sebastian Becker, Gründungsmitglied des Vereins „Göttingen im Wandel“ und Mitorganisator der 1. deutschsprachigen Transition-Konferenz 2010 in Hannover, stellt Ideen und laufende Projekte vor und sammelt neue Impulse aus dem Publikum.

Großflächige Agrarinvestitionen in Äthiopien – Chancen und Risiken

Foto: Tassew Shimeles

Foto: Tassew Shimeles

01.06.2012 18.00 Uhr: Dipl.-Ing. agr. Tassew Shimeles, Internationale Gärten

Nach einem Überblick über die traditionellen Landnutzungssysteme dieses vielgestaltigen Landes und einem Rückblick zu Modernisierungsbemühungen in der Landwirtschaft berichtet Tassew Shimeles über die aktuellen großflächigen Agrarinvestitionnen. Die äthiopische Regierung verspricht sich davon z.B. Produktionssteigerungen, eine verbesserte Ernährungssicherung und Deviseneinnahmen. Wer sind die Investoren dieser „Landlease“-Praxis, welchen Zweck verfolgen sie und wie transparent ist die Vergabepraxis? Wie wird sich die Landvergabepraxis auf die bäuerliche-pastorale Lebensweise und auf den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft auswirken? Und welche langfristigen ökologischen Folgen kann der großflächige Anbau mit sich bringen?

Landraub! Profit. Macht. Hunger.

11.–29. Juni 2012 im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben, danach im Hainberg-Gymnasium

Eine Ausstellung des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen, nach Göttingen geholt von Entwicklungspolitischem Infromationszentrum (EPIZ) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Rahmenprogramm unter anderem mit Beteiligung von BUND, JANUN und Internationalen Gärten.

Stand: 1. Dezember 2011 Impressum